Magermädchen und Muskelprotze – Die Sucht nach dem perfekten Körper

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Am Wochenende stieß ich auf YouTube auf einen sehr interessanten Beitrag. Die halbstündige Dokumentation begleitet den Zuschauer in die Welt der Adonisse und Strichmädchen. Die einen fühlen sich zu dünn, die anderen zu dick. Die einen bauen Muskelmasse auf, die anderen nehmen ab. Das ist ansich erstmal nichts verwerfliches, doch die Sucht kommt schleichend.

Da geht noch was. Immer noch mehr und noch mehr. Kleine Schritte bis zur Traumfigur. Doch wann ist die eigentlich? Das definiert so genau keiner für uns. Seine Traumfigur sieht jeder anders, vor allem für sich. Eine ganze Industrie lebt von diesen Träumen, rund 80% der Freizeitsportler nehmen Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Nicht alle sind gut, in etwa 15% sind Anabolika drin – legal, seit 6 Jahren frei käuflich. Auch von heranwachsenden Jugendlichen. Wer kein Risiko eingehen möchte, dem wird in dem Film die Kölner Liste empfohlen, auf dieser sich Hersteller freiwillig einem Test ihrer Präparate unterziehen um auf diese Whitelist gesetzt zu werden.

Auf der anderen Seite der Mukkis, ist die Seite der Mädchen. Die einen wollen nur ein bisschen Hüftspeck verlieren, die anderen richten ihr ganzes Denken darauf aus, nur nie zu viel zu essen. Und werden krank. Sterbenskrank sogar.

Bis zu einer gewissen Grenze ist Körperkult sicher nicht verkehrt. Ein gutes Aussehen verleiht uns Selbstbewusstsein durch Anerkennung. Der Wille perfekt zu sein oder etwas perfekt zu beherrschen schlummert in vielem von uns und ist meines Erachtens eine wundervolle Gabe, die uns Menschen intrinsisch motiviert – nicht nur bei Themen rund um den Körper. Allerdings sind beim Thema Perfektion die Grenzen zum Zwang schleichend und nirgends sonst hat sie wohl größere Auswirkungen, als auf unsere eigene Gesundheit.

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